Traumatherapie in Graz und Gleisdorf

Traumatherapie in Graz und Gleisdorf

Es ist generell sinnvoll, sich bei Symptomen, die auf eine Traumatisierung hindeuten, frühzeitig Unterstützung durch eine Traumatherapie zu holen. Sie sollte von einer Psychotherapeutin durchgeführt werden, die zusätzlich in Verfahren der Traumatherapie ausgebildet ist und Erfahrung in der Behandlung Traumatisierter hat.

Was ist ein Trauma?

Das Wort “Trauma” bedeutet grundsätzlich Wunde oder Verletzung. Ein traumatisches Erlebnis ist dadurch gekennzeichnet, dass die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten nicht ausreichend zur Verfügung stehen, Gefühle der Ohnmacht, absoluten Hilflosigkeit und eines Kontrollverlustes erfahren werden. Zudem kommt es typischerweise zu einer völligen Erschütterung des Welt- und des Selbstbildes.

Eine Traumatisierung kann durch eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Ereignisse ausgelöst werden – dazu gehören unter anderem Unfälle, medizinische Eingriffe, der Tod eines nahestehenden Menschen sowie körperliche oder psychische Übergriffe, Gewalt und sexueller Missbrauch.

Eine Traumatisierung kann durch eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Ereignisse ausgelöst werden – dazu gehören unter anderem Unfälle, medizinische Eingriffe, der Tod eines nahestehenden Menschen sowie körperliche oder psychische Übergriffe, Gewalt und sexueller Missbrauch.

Charakteristisch für eine Traumatisierung ist jedoch nicht das, was genau passiert ist, sondern was das Geschehene bei der betroffenen Person auslöst. So zeichnet sich ein traumatisches Erlebnis durch ein ausgeprägtes Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins aus. Betroffene fühlen sich handlungsunfähig und wie gelähmt, durchleben eine Bedrohung ihrer Existenz und Todesängste.

Das Gehirn schaltet während dieser Situation in eine Art Überlebensmodus und verarbeitet die Reize nicht wie gewöhnlich. Vielmehr wird die Erinnerung aufgespaltet und unverarbeitet in einzelnen Fragmenten abgespeichert.

Traumatherapie Graz Gleisdorf

Traumatisches Erleben vs. Traumafolgestörung

Nicht jeder Mensch entwickelt nach einem bedrohlichen Erlebnis zwangsläufig eine Traumafolgestörung. Zahlreiche Faktoren spielen eine Rolle: Ereignisse verursacht durch “höhere Gewalt” (z.B.: Naturkatastrophen) oder durch Menschen, Stabilität des sozialen Umfeldes, allgemeine psychische Verfassung, individuelle Bewältigungsmöglichkeiten, vorangehende Belastungen in der Lebensgeschichte uvm.

Klassifizierungssysteme unterscheiden in der Gruppe der Traumafolgestörungen unter anderem die akute Belastungsreaktion (“Schock”), die Anpassungsstörung als Reaktion auf schwere Belastungen und die Posttraumatische Belastungsstörung.

Posttraumatische Belastungsstörung

Zu den Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) gehören unter anderem:

  • Flashbacks und Intrusionen (das unkontrollierte Wiedererleben der traumatisierenden Situation)
  • Erhöhte Wachsamkeit und Alarmbereitschaft
  • Ängstlichkeit
  • Vermeidungsverhalten in bestimmten Situationen oder gegenüber Orten beziehungsweisen Personen
  • Depersonalisierung: das Gefühl, nicht mehr mit dem eigenen Körper und Gefühlen in Kontakt zu sein
  • Derealisation: Betroffene haben das Gefühl, sie nehmen die Welt um sich herum ganz anders als vor dem Trauma und irgendwie surreal (wie durch einen Zerrspiegel) wahr.

Die Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung treten meist zeitverzögert auf und können sich auch erst sechs Monate (in manchen Fällen sogar noch später) nach dem traumatisierenden Ereignis manifestieren. Oft bringen Betroffene ihre Beschwerden dann gar nicht mehr mit dem Erlebten in Verbindung und finden erst recht spät die entsprechende Hilfe.

Entwicklungstrauma, Beziehungstrauma und komplexe PTBS

Auch komplexe Beziehungstraumata zählen zu den Traumafolgestörungen. Ihnen liegen verletzende Beziehungserfahrungen im Kindesalter mit wichtigen Bezugspersonen wie Eltern, anderen Verwandten, Lehrern oder Sporttrainern zugrunde. Während die Symptome ähnlich wie bei anderen Traumatisierungen sind, können sie sich lebenslang negativ auf Beziehungen zu Partnern oder Freunden im Erwachsenenalter auswirken und enden häufig in einem sozialen Rückzug der Betroffenen.

Phasen einer Traumatherapie

Eine typische traumatherapeutische Behandlung gliedert sich in mehrere Phasen:

  • Stabilisierungsphase
  • Traumakonfrontation
  • Integrationsphase

Stabilisierungsphase

In der Stabilisierungsphase geht es zu Beginn darum, die Betroffenen psychisch und emotional zu stabilisieren. Die Phase kann je nach Schwere der Traumatisierung kürzer oder länger dauern. Zunächst steht der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen der Psychotherapeutin und dem Betroffenen im Vordergrund, die Sicherheit vermittelt. Im Rahmen der Psychoedukation bekommt der Klient ausführliche Informationen über die Symptomatik, deren Ursachen und die Behandlung. Er oder sie erfährt, dass die psychische Reaktion nach einem überwältigenden Ereignis angemessen und normal sind.

Ein wesentlicher Baustein der Stabilisierungsphase ist es, dass der Betroffene lernt, mehr Kontrolle über die Symptome (Intrusionen, Flashbacks) zu erlangen und mit ihnen im Alltag besser zurecht zu kommen. Somit werden die individuellen Bewältigungsfähigkeiten und die Eigenverantwortung gestärkt und gefördert.

Die Techniken der Stabilisierungsphase werden auch im weiteren Verlauf der gesamten Traumatherapie eingesetzt.

Traumakonfrontation (Traumaexposition)

In der Phase der Traumakonfrontation (Traumaexposition) findet die eigentliche Bearbeitung des traumatischen Erlebnisses statt. Dies geschieht erst, wenn der Klient ausreichend stabil ist und sich zu diesem Schritt auch bereit fühlt. Durch die in der Stabilisierungsphase erlernten und geübten Techniken hat dieser Möglichkeiten zur Verfügung, um seine Gefühle und Körperzustände zu regulieren und nicht von den Eindrücken überwältigt zu werden.

Es erfolgt ein dosiertes und kontrolliertes Wiedererleben zentraler Aspekte der traumatischen Erfahrung. Durch Konfrontation von Erinnerungen, Bildern, Gefühlen und Sinneseindrücken, die mit dem Ereignis zusammenhängen, wird der Verarbeitungsprozess weiter fortgesetzt. Dies hat zur Folge, dass diese im Gehirn nicht mehr als Bruchstücke gespeichert sind, sondern in die übrigen Lebenserinnerung integriert werden können.

Oftmals kann es nötig sein während der Konfrontationsphase wieder zu stabilisierenden Techniken zurückzukehren.

Integrationsphase

In der abschließenden Integrationsphase geht es um die Integration des Traumas in die Lebensgeschichte des Klienten. Er wird, wenn nötig, auch unterstützt, sich gut in den Alltag einzufinden. Häufig muss in dieser Phase auch Trauerarbeit geleistet werden, weil sich durch das Trauma unter anderem das Selbsterleben und Lebensgefühl verändert.

Methoden in der Traumatherapie

In meiner Praxis in Graz und Gleisdorf kombiniere ich zur Behandlung von Traumata und Traumafolgeerkrankungen die Hypnosepsychotherapie mit weiteren Behandlungsmethoden, wobei die Behandlung stets individuell erfolgt und vorher mit dem Klienten oder der Klientin besprochen wird.

Hypnosepsychotherapie

Die Hypnosepsychotherapie hilft dabei, die durch das Trauma verloren gegangenen Ressourcen wieder zu aktivieren und das erhöhte Stresslevel des Betroffenen zu senken. Viele Traumatisierte haben das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen, sind schreckhaft und leicht reizbar und können sich nur schwer auf eine bestimmte Sache konzentrieren, weil ihr Körper in permanenter Alarmbereitschaft steht. Hypnose reduziert diese innerliche Anspannung und ermöglicht eine schrittweise Konfrontation mit dem belastenden Ereignis in einem geschützten Umfeld.

Eye Movement Integration EMI

Die Technik der Eye Movement Integration ist eine neurotherapeutische Methode, welche die Wechselbeziehung zwischen Augenbewegungen und Denkprozessen (ähnlich wie EMDR und Brainspotting) nutzt und bei der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt werden kann.

Aufgrund der fragmentierten Speicherung des traumatischen Ereignisses im Gehirn, müssen die einzelnen Teile der Erinnerung behutsam hervorgeholt und zusammengefügt werden. Nur so kann das Trauma emotional verarbeitet und erfolgreich integriert werden. EMI verknüpft diese Fragmente miteinander und aktiviert die unbewussten neuronalen Netzwerke zur Selbstheilung. Die multisensorische Integration erfolgt dabei durch bestimmte Augenbewegungen, die die Klientin unter Anleitung der Therapeutin ausführt. Sind die einzelnen Erinnerungsfragmente im Gehirn zu einem Ganzen zusammengefügt, wird die traumatische Erfahrung nicht länger dissoziiert, sondern ins Langzeitgedächtnis integriert.

Somatic Experiencing®

Ein traumatisches Erlebnis löst einen massiven körperlichen Stress aus, welcher im Nervensystem gebunden bleibt und sich auch noch Jahre später in einer ständigen Überreiztheit zeigt.

Die Technik des Somatic Experiencing arbeitet mit diesen körperlichen Reaktionen auf das Trauma, aktiviert Ressourcen, die damals fehlten, und löst traumatischen Stress in kleinen Schritten. Diese kontrollierte Entladung verhindert eine Retraumatisierung und wandelt zugleich die damals erfahrene Hilflosigkeit in ein Gefühl der Handlungsfähigkeit um. Eine neue Verbindung zwischen dem Ich und dem eigenen Körper entsteht.

Die Arbeit mit Somatic Experiencing erfolgt inhaltsfrei. Das heißt, dass über besonders belastende Ereignisse nicht gesprochen werden muss und auch die Bearbeitung eines Traumas, an das es keine bildliche Erinnerung gibt, möglich ist. Besonders gut lässt sich Somatic Experiencing mit Hypnose kombinieren. Im entspannten Trancezustand sind Stress- und Spannungszustände noch besser zugänglich und lösen sich leichter.

Ego-State-Therapie

Die Ego-State-Therapie geht davon aus, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen aus vielen inneren Anteilen zusammensetzt. Im Zuge einer Traumatisierung kann es zu einer Abspaltung eines solchen Anteils kommen, der scheinbar eine eigene Persönlichkeit und Gefühle hat und Handlungen durchführt, die die betroffene Person in ihrem gegenwärtigen Ich nicht machen würde. Manche dieser Ich-Anteile sind so vom Rest der Persönlichkeit abgespalten, dass sie nur durch Hypnose oder Trance zugänglich sind. Auch wenn sie zum Zeitpunkt ihrer Abspaltung einen Sinn hatten und den Betroffenen vor einer äußeren Bedrohung schützten, können sie irgendwann zu starken inneren Konflikten führen und das Leben des Menschen im Hier und Jetzt behindern.

Im Zuge der Ego-State-Therapie sollen die einzelnen Anteile je nach Ausprägung zu einem Inneren Team zusammengefasst werden. Ist dies nicht möglich, werden sie zwar weiterhin als eigenständige Persönlichkeiten betrachtet, sollen aber so integriert werden, dass sie in ihrer Handlungsweise konstruktiv für das gegenwärtige Leben der Klientin oder des Klienten sind.

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Tanja Liebl, BSc Hebamme und Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision, Feldgasse 4, 8200 Gleisdorf